Reiseberichte 2015

Die Feste der Orakel in Ladakh (Feb. 2015)

die Suche nach dem Schneeleoparden

Cornelia Groß
68199 Mannheim

„Im Winter nach Ladakh – na da musst Du Dich aber ganz schön warm einpacken“ so oder ähnlich waren die Kommentare, die ich auf meine  Reisepläne Ladakh vom 23.02. – 09.03.2015 zu hören bekam. Na ja und wer mich kennt, weiß ja auch dass ich sehr verfroren bin, hatte ich also diese Reise spontan aber falsch gebucht ? Ehrlich gesagt war ich ganz schön verunsichert und mehr als einmal kurz davor zu stornieren. Aber gottseidank habe ich diese Reise gemacht. Natürlich ist es im Winter in Ladakh kalt, sehr sehr kalt, aber trocken (!) kalt und meistens sonnig, das heißt mit der richtigen  Kleidung sind die Temperaturen überhaupt kein Problem, noch nicht mal für verfrorene Menschen wie mich. Ich hatte diese Reise alleine gebucht und war wirklich sehr froh darüber, dass Amitabha die Tour auch für uns Minigruppe – zwei Einzelreisende – durchgeführt hat.

Schon der Flug von Delhi nach Leh über den schneebedeckten Himalaya  war ein Erlebnis der besonderen Art! Leh hat uns mit strahlendem Sonnenschein und unser Guide Thundup und Fahrer Gyaltsen haben uns  mit strahlendem Lächeln empfangen.In dem freundlichen, familiären Shanti Guest Houes waren wir in Leh bestens untergebracht.  Unmittelbar unterhalb der Shanti Stupa gelegen ist alleine schon die herrliche Aussicht auf schneebedeckten Berggipfel, auf Leh und  den Königspalast ein Genuss.  Zur Höhenanpassung (Leh liegt immerhin 3.500 m über N.N.) war hier idealer Ausgangspunkt für die ersten Unternehmungen. Wir haben die Shanti Stupa, Klöster Spituk, Phyang, Hemis , Thiksey und Shey besucht.  Dank der wenigen Touristen, die um diese Jahreszeit Ladakh bereisen, sind alle Begegnungen viel geruhsamer und ursprünglicher. Im Kloster wird man immer gerne in die Küche auf einen Tee und leckeres Brot eingeladen, kann Tsampa kosten oder den Frauen zuschauen die für eine Puja Momos zubereiten. Einfach alles viel, viel intensiver und ladakhischer als im Sommer!

Im Kloster Stok haben wir bereits am dritten Tag das erste der beiden Orakelfeste erlebt.  Außer einer handvoll Touristen waren nur Ladakhi im Kloster und weil im Klosterhof nicht genügend Platz war auch auf dem gegenüberliegenden Berg.  Die Mönche tanzten In wunderschönen farbenprächtigen Brokatkleidern und mit gewaltigen und manchmal auch furchterregenden Masken die traditionellen Tänze. Absolute faszinierender Höhepunkt des Festes war am Nachmittag der spektakuläre Auftritt der beiden Orakel, die Spannung die unter den Zuschauern herrschte lässt sich mit Worten nicht beschreiben.

 

Unterwegs nach Alchi haben wir nicht nur das Kloster Likir besucht, sondern sind ausserplanmässig auch noch zu den Saspolhöhlen aufgestiegen. Der Aufstieg war sehr steil, aber die faszinierenden alten Wandmalereien der Höhlen waren diese Mühe mehr als wert. Wir kamen erst am späten Nachmittag in Alchi an. Zu dieser Zeit waren kaum Besucher im Kloster, ein wahrer Genuss diese wunderschöne Klosteranlage in Ruhe anzuschauen. In dem gemütlichen Guest House waren die einzigen Gäste. Mit Thundup, Gyaltsen, und den Guesthousebesitzern, erlebten wir sehr unterhaltsame, gesellige und informative Abende. 

 

Von Alchi aus haben wir die Klöster Mangyu, Ridzong und das kleine Nonnenkloster Chulichan besucht. Die Nonne von Chulichan hatten gerade ihr Lunch beendet  und luden uns in den Versammlungsraum auf einen Tee ein. Die Gebete der jungen Nonnen waren sehr ergreifend, einer der bewegendsten Eindrücke dieser Reise.

 

Für den nächsten Tag war das Kloster Lamayuru geplant. Wir wollten aber zunächst einen Besuch in der Tingmosgang Gompa machen. Dort herrschte helle Aufregung. Ein Schneeleopard war ins Tal gekommen und hatte 5 Schafe gerissen. Männer der Snow Leopard Conservancy von Leh waren gerade dabei den Schneeleoparden zum Transporter zu tragen um es nach Leh und von dort in die Berge zu bringen. Das Tier war ganz in dicke Netze eingewickelt, einzig der lange Schwanz guckte heraus. So hatten wir Glücklichen unsere Begegnung mit dem Schneeleoparden außerplanmäßig früh erlebt. Noch tief beeindruckt von diesem Ereignis haben wir das Kloster Lamayuru und die bizarre in jedem Reiseführer als Mondlandschaft bezeichnete Umgebung bewundert. 

Die Rückfahrt nach Leh, bei strahlendem Sonnenschein durch das frisch eingeschneite Ladakh kann man nur als traumhaft beschreiben. In schönerer Kulisse kann man die gewaltige Burganlage von Basgo nicht erleben.

 

Zurück in Leh war mit dem Besuch des Matho Orakelfestes ein weiteres Highlight zu erleben. Auch dieses zweite Orakelfest war ein faszinierendes Erlebnis. Beeindruckend sind nicht nur die tanzenden Mönche in Ihren wunderschönen Gewändern und Masken, sondern auch die vielen traditionell gekleideten Besucher.

 

Gespannt aber auch mit sehr gemischten Gefühlen habe ich mich  auf unser Mini-Trekking mit Homestay vorbereitet, war das doch mein erstes Trekking und auch mein erstes Homestay. Mit dem Auto ging es bis Zingchen, von dort zu Fuß ca. 2 Stunden mit dem Pferdetreck durch ein schmales Tal, über einen vereisten Bach, vorbei an zwei Zeltcamps, einem vereisten Wasserfall haben wir sehr viele Blauschafe gesehen.

Endlich hatten wir unser Homestay erreicht. Unsere nette junge Gastfamilie hat uns sehr herzlich begrüßt. Es war ein ganz besonderes Erlebnis mittendrin in einer ladakhischen Familie zu sein. Hier spielt sich das Leben im Winter in der kleinen, immer gut geheizten Wohnküche ab. Hier wird gefrühstückt, gekocht zusammengesessen und erzählt. Die Kinder spielen, die Frauen handarbeiten. Bei viel Masala- und Buttertee hatte sich unsere erste Befangenheit schnell gelegt und es gab allerhand zu fragen und zu erzählen. Meine Sorge hier Nachts zu frieren hat sich als absolut unnötig erwiesen, dank dickem Schlafsack und mit zusätzlichen Decken ausgerüstet hatte ich es in der Nacht kuschelwarm.

Für den nächsten Tag war unsere Schneeleoparden-Beobachtung vorgesehen und weil Schneeleoparden normalerweise oben auf dem Berg sind – Tingmosgang war eine Ausnahme – mussten wir erst ca 400 Meter den Berg hinaufsteigen - atemberaubend!!  aber die Aussicht auf die himmlisch schönen Bergriesen,  unter anderem den Stok Gangri ist jede Anstrengung wert. Einen Scheeleoparden haben wir leider nicht entdeckt, aber zwei Füchse.      

 

Unsere Tour war bestens geplant mit einer Fülle an interessanten, spannenden  Erlebnissen und Begegnungen und ausgezeichnet  durchgeführt. Sehr gut gefallen hat mir die Mischung  aus Fahrten und kleineren und größeren Spaziergängen und natürlich das Trekking mit Homestay. Unser immer gut gelaunter Guide Thundup hat  uns ganz hervorragend betreut. Seine zahlreichen guten Kontakte habe uns so machen Tür geöffnet oder versteckte Winkel und Höhlen entdecken lassen. Er hat uns so viel Wissenswertes über Ladakh erzählt, wann immer möglich unsere Extrawünsche im Tagesplan untergebracht, hat uns auf jeder Tour bestens mit Masala Tee, Samosas oder sogar selbst gebackenen Brötchen versorgt. Der sympathischer Gyaltsen war ein ganz ausgezeichneter Fahrer, der alle unsere

Extra-Fotostops-Wünsche geduldig und stets „smiling“ ertragen hat.

 

Diese intensive, erlebnisreiche, wunderschöne Reise möchte ich in meinen Reiseerlebnissen auf gar keinen Fall missen. Ein herzliches Dankeschön an das komplette Amitabha-Team das diese Reise ermöglicht hat - Phuntsog, Thunduop, Gyaltsen, Rinchen, Sonam und alle die geholfen haben, die ich nicht persönlich kennengelernt habe.  

 

Julley!

Die Feste der Orakel in Ladakh (Feb. 2015)

die Suche nach dem Schneeleoparden

Reinhold Zeit,

67146 Deidesheim

 

"Ganz bewusst hatte ich mich für eine Winterreise nach Ladakh entschieden, abseits der Hochsaison (die sogar stattfand, obwohl wir nur zwei Reisende waren: wo gäbe es das sonst noch?). Natürlich, es war nicht warm, die Temperaturen bewegten sich tagsüber meist um 0°C herum, Mal mit tollem Sonnenschein u. strahlend blauem Himmel, dann mit Schnee und Wolken. Die Amitabha Vorschläge für Bekleidung u. Schlafsacke hatten ihren Sinn, im Guesthouse wurde die Heizung nur stundenweise angeschaltet, die Ladakhi haben eine bessere Gewöhnung an niedrige Temperaturen als wir. Im Winter ist wenig `los`in Leh, eine Reihe touristischer Läden sind zu (im allerersten Moment war ich enttäuscht), dafür geht man in den Basar der Einheimischen, der spannender, authentischer ist, wo alles zu finden ist was man braucht, auch genügend schöne Dinge die man nach Hause mitzubringen kann.

 

Das schmälert nicht den tiefgreifenden Eindruck, den Ladakh bei mir hinterlassen hat und der bis heute anhält. Was waren die Gründe? Es gab eine ganze Reihe. Angefangen damit, dass unser Guide Thundup ein typischer Vertreter der Menschen dort war, bescheiden, unaufdringlich, immer hilfsbereit. Dazu kundig und erfahren, wenn wir Fragen hatten. Er richtete sich geduldig nach uns (z.B. bei Zielen, Photostops, Tempo), wir konnten uns auf ihn verlassen.

 

Unsere Reiseziele waren verschiedene Klöster, in denen wir wegen der Jahreszeit meist die einzigen Besucher waren. Ihre oft abgelegene Lage, manchmal großartig auf einem Bergkegel, dann abgelegen in einem versteckten Bergtal, haben mich beeindruckt. Dazu die erhaltene sehr alte Kultur (Bauweise, Gebetsräume, Wandmalereien, Buddhfiguren) und die Begegnungen mit jungen wie alten Mönchen. Jedes Kloster etwas anders, so dass ich nicht bereute, wenn wir immer noch ein weiteres besuchten. Höhepunkte waren für uns zwei Klosterfeste (eins zu Anfang, das andere gegen Ende unserer Reise), bei dem tausende Gläubige, Feiernde (ein bisschen auch Volksfest) zusammenkamen. Es war rappelvoll, wir wurden zu einem Teil der Menschenmenge, kamen uns z.T. richtig näher darüber, staunten stundenlang (mit Pause) bei den musikbegleiteten Maskentänzen der Mönche und den Geschichten, die darin erzählt werden. Nicht zu vergessen die Auftritte der Orakel, Mönche die nach wochenlanger Vorbereitung in Trance auftreten, über Geländer und Dach laufen... Mit unseren westlichen Vorstellungen war das nicht immer zu erfassen, aber darum geht es ja auch nicht. - Ich werfe nicht gerne mit Superlativen um mich, aber diese Ansammlung ausdrucksstarker `Klöster- Kraftzentren`war wirklich eindrucksvoll!

 

Wir wechselten z.T. auch den Aufenthaltsort, kehrten also nicht immer nach Leh zurück, was ich eine gute Abwechslung fand. Unsere Unterkünfte waren immer prima ausgesucht, es gab nichts zu beanstanden. Dazu gehörte zum Schluss auch ein `homestay`bei einer ladakhischen Familie in den Bergen (wo wir tatsächlich Spuren eines Schneeleoparden sahen; der Zufall wollte auch, dass wir woanders den Transport eines gefangenen Tieres in einem Netz miterlebten). Die Begegnungen mit Menschen in Ladakh, ganz gleich wo sie geschahen, waren für mich das Bleibendste überhaupt. Die bescheidene zurückhaltende Art der Menschen, sehr oft ein liebenswertes Lächeln gegenüber uns Fremden. Es ist eine tiefe Verwurzelung im Buddhismus zu erleben, die Werte dieser Religion werden gelebt, stehen im Mittelpunkt für die meisten Menschen. Wer demgegenüber den (selbstverständlichen) Respekt aufbringt, kann sich aufgenommen fühlen. Die Menschen sind friedlich und freundlich - sehr sehr angenehm für mich Reisenden!
Es gabe noch weitere Dinge, die mir gefielen, aber die stehen mehr am Rand, z.B. dass ich als Photoliebhaber voll auf meine Kosten kam. Dass ich einen Blick auf hohe Berge bekam. Unbesorgt auch alleine herumlaufen konnte, mich nie unsicher fühlen musste. Mich das vielfältige vegetarische Essen, tortz der winterlichen Jahreszeit, überraschte. Es immer leicht war, sich auf englisch zu verständigen. Last but not least: die Reiseorganisation war bestens, der Kontakt zu Amitabha schnell möglich, ich fühlte mich aufmerksam begleitet als gerne gesehener Gast. Sehr gerne sage ich nocheinmal DANKE!"